Meditation mit Liebesfilmen

Das Drama in der Liebe bewusst im Film ansehen und in sich erkennen. Dann im Beziehungsalltag mit den Erkenntnissen experimentieren.

Meditation mit Liebesfilmen

Wir haben unsere Gefühle aus gutem Grund tief in uns vergraben. Mit einem offenen Herzen zu leben, braucht die Stärke, Schmerzen zu ertragen und zu verwandeln – die eigenen Herzschmerzen und die der anderen. Die Liebesfilm-Meditation bietet eine Gelegenheit, das eingefrorene, verwundete Herz weich und offen werden zu lassen. Die Liebesfilm Meditation ist für Leute, die schon ein wenig Erfahrung mit Selbstbeobachtung haben. Das Liebesspiel auf der Leinwand ist ein Spiel über sich selbst. Es ist eine Chance, sich selbst und die Wunden wahr zu nehmen, die wir um die Liebe mit uns tragen.

Emotionen wach beobachten

Ziel der Spielfilm Meditation ist es, die geweckten Emotionen voll und ganz zu erleben und diese dann beobachten zu lernen. Das ist im täglichen Leben so wie im Film. Um Missverständnisse zu vermeiden: Es geht nicht darum, nichts zu fühlen und cool zu bleiben. Mit der Zeit entwickelt sich wahrscheinlich durch die Beobachtung eine gewisse Kühle, Klarheit und Zentrierung.

Zentrierung bedeutet nicht, ohne Gefühle zu sein. Es geht nicht darum, nichts zu fühlen, sondern während bestehender Emotionen in sich selbst zu ruhen. Es kann von großem Wert sein, Liebesfilme als Meditation anzusehen, denn Liebesgeschichten sind schwierig zu beobachten, auch im täglichen Leben.

Deshalb gibt es soviel Streit und Eifersucht und Hass zwischen Liebenden. Sie werden ähnlich wie der Zuschauer eines Spielfilms in die Szenen einer Traumwelt hineingezogen und gehen dort verloren.

Themen des Liebesfilms: Verlustangst, Eifersucht, Besitzdenken

In gewisser Weise ist das Thema von Liebesfilmen immer das gleiche:
Zwei Menschen lieben sich und kommen trotz ihrer Liebe nur unter Schwierigkeiten zusammen. Es geht ums Herz und den Schmerz der Trennung, den es aushalten muss. Der Trennung von der Einheit mit dem oder der Geliebten. Der Schmerz darüber, die Liebe nicht miteinander leben zu können.

Missverständnisse, Macht, Besitzdenken, Verpflichtungen, alles, was das Herz nicht begehrt, treibt die Liebenden auseinander. Und sie leiden. Das ist unsere gute Gelegenheit, das eigene Herz wahrzunehmen.

Während der Liebesszenen beobachte dein Herz. Halte den Film mitten in der Liebe an und fühle dein Herz und wie es klopft. Fühle, wie es sich anfühlt, wenn sich die Liebenden treffen und einander begehren, wenn sich deren Liebe erfüllt.

Nimm einen tiefen Atemzug, und noch einen. Fühlst du etwas in deinem eigenen Herzen, wenn du das siehst? Sehnst du dich nach der Erfüllung deiner Liebe? Nimm wahr, was ist. Wie genau fühlt es sich an?

Fühle, was sich in deinem Körper abspielt

Wenn sich die Liebenden trennen müssen, fühle, was sich in deinem Körper abspielt. Wie ist deine Atmung? Was fühlst du und wo? Wenn die Schauspieler sich in Sehnsucht nach dem Geliebten verzehren, erlaube dir, mit zu fühlen. Ganz offen zu sein und zu fühlen, was in deinem Körper passiert.

Interessant ist, dass man nicht wirklich fühlen kann, wenn man verspannt ist. In Anspannung fühlt man nicht wirklich, man denkt nur, dass man fühlt. Das ist ein feiner, doch erheblicher Unterschied.

Experimentiere damit. In einem Liebesfilm kann man lernen, wirklich zu fühlen. Sich zu entspannen und den Schmerz der Liebe wirklich da sein zu lassen. Den eigenen Schmerz und nicht den des Schauspielers.

Der Schauspieler spiegelt nur eine Situation, die wir selbst erlebt haben. Er zeigt uns in dieser Weise den Weg zu uns selbst.

Schlüsselsätze nachhallen lassen

Zum Beispiel sagt einer der Schauspieler: ‚Ich wusste nicht, wie leer ich ohne sie war. Sie hat mich erfüllt…‘. Wenn du einen Satz hörst, der dich berührt, dann lasse ihn in dir nachhallen. Du musst keine Erinnerung an dein eigenes Leben hervorrufen, lasse einfach sein Leiden auf dich wirken.

Vielleicht klingt etwas in dir mit dieser Äußerung? Vielleicht bist auch du traurig darüber, dass dein Herz nicht erfüllt ist?

Hier ist die Chance, das zu fühlen und ungeschminkt sich selbst wahrzunehmen und anzunehmen. Vielleicht wollen Tränen kommen … erlaube, was ist. Fühle und entdecke, was ist.

Die Liebesfilm Meditation ist für Fortgeschrittene, denn zu erlauben, dass sich das Herz öffnet, ist ein gefährliches Unternehmen. Wenn der Schutz ums Herz wegfällt, sehen wir Schönheit und fühlen Glück, doch alte Wunden öffnen sich ebenfalls, was manchmal nicht so leicht zu verdauen ist.

Es ist also gut, sich nach der Liebesfilm Meditation ein wenig Raum zu geben und das zu tun, was das Herz erfreut.

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Anleitung zur Meditation mit Liebesfilmen

Dauer der Meditation

Solange man möchte, wenn es ein guter Film mit Transformation ist, dann ist es empfehlenswert, bis zum Ende zuzuschauen.

Vorbereitung

Ungestört sein, Telefon abstellen, „Bitte nicht stören“ an die Tür, es sich bequem machen, 2 Minuten lang die Augen schließen und nach Innen in den Bauch fallen, still sein.

Die Meditation selbst

Einen Spielfilm aufmerksam und wach anschauen. Die Aufmerksamkeit einerseits auf den Hauptdarsteller und andererseits auf sich selbst richten. Wahrnehmen, wenn sich die Aufmerksamkeit verliert und man ins Geschehen hineingezogen wird.

Falls die Wachheit verloren geht, den Film anhalten, tief atmen und in sein Zentrum zurückkehren. Entspannen. Wieder zurück in dieses Zimmer, in diesen Körper kommen. Das kann man machen, sooft man möchte.

Wahrnehmen bei welchen Situationen die Wachheit verloren geht. Die dazugehörigen Körperreaktionen und Denkmuster erkennen. Mit ein wenig Übung kann man lernen, diese Situationen voll mitzuerleben und trotzdem unbeteiligt zu sein.

Stille genießen

Nachdem man den Spielfilm angesehen hat, etwa 10 Minuten lang still sitzen und fühlen, wie sich der Körper anfühlt. Was für Gedanken da sind, was für Gefühle. Entspannen. Und still werden.

 

Samarpan
Ein Beitrag von Samarpan P. Powels, Meditationslehrerin, Diplomkauffrau, Herausgeberin von FindYourNose und FindYourNose Online Marketing. Samarpan auf Google+

 

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